Montag, 18. September 2017

Werner-Kirschbaum-Trio

Heute abend startete Jazz in der Kammer nach der Sommerpause in die neue Saison. Auf der Bühne im Forum Gestaltung stand das Werner-Kirschbaum-Trio.
Werner Kirschbaum – Piano
Matthias Schubert – Saxophon
Sven Pollkötter – Schlagzeug

Ihr Konzert in Magdeburg beginnen die drei Musiker mit verhaltener Kraft. Als müßten sie sich stark zurückhalten, halten sie nach wenigen Tönen immer wieder kurze Augenblicke inne, um aufeinander zu lauschen. Lange bleibt das nicht so und die Anspannung entlädt sich in einem  wilden Dröhnen aus Matthias Schuberts Saxophon, kräftigen Griffen von Werner Kirschbaum in die Tasten und Sven Pohlkötters Schlägen auf Felle und Blech. Ein „Probieren was geht“ scheint da drin zu stecken, aber immer wieder auch kurz ein aufeinander hören, denn als das Klavier leiser wird, scheint auch das Saxophon auszuatmen. Am Ende steht eine wirklich erholsame Stille, die sich auch die Zuhörer lassen, bevor es kräftigen Applaus gibt. 

Zu allen Titeln des Konzerts hatte Werner Kirschbaum kleine Anekdoten zur Entstehung, Gedanken zur Musik. "Wichtig an der Musik ist, daß man einander etwas zu erzählen hat", sagte Kirschbaum. So wie bei fis blow: „Ein Klavier, auf dem ich üben wollte, war verschlossen, aber der Deckel war auf. Da schaute ich mal, was man damit anstellen kann“. Dabei entstand ein Stück musikalisches Spielzeug, mit leise gezupften Saiten, begleitet von flüsternd leisen Tönen, die Matthias Schubert auf seinem Saxophon reibt, kratzt, auf seinen Tasten klappern lässt, ohne überhaupt Luft in das Instrument zu blasen. Ebenso leise bleibt auch das Schlagzeug. Es bleibt Raum für eigene Assoziationen, um dann am Ende festzustellen, daß ein Klavier keine Tasten braucht, um zu klingen. 

Montag, 4. September 2017

Vorschau September

Am Montag, dem 18.September 2017 20:00 Uhr eröffnet das Werner-Kirschbaum-Trio (D, USA) nach der Sommerpause die neue Saison von Jazz in der Kammer.
Werner Kirschbaum – Piano
Matthias Schubert – Saxophon
Sven Pollkötter – Schlagzeug

Werner Kirschbaum gehört zu den bedeutendsten Vertretern des experimentellen Avantgarde-Jazz. Für ihn sind seine Klavier-Improvisationen die Reflexion von Momenten, die ihn nachhaltig beeindruckt haben. Ob dramatische Abschnitte und prägende Ereignisse oder pointierte Banalitäten und Begegnungen – das Klavier nutzt Werner Kirschbaum als Ausdrucksmittel für leidenschaftliche Erzählungen. Stilistisch kreiiert er damit eine weitere Variante des Avantgarde-Jazz.

Wie sich das anhören kann, zeigt ein Klangbeispiel auf seiner Webseite. Bereits im Duo, ohne Schlagzeug, erweisen sich Saxophon und Klavier als ebenbürtig in Kraft und Expressivität. Es heißt also auch beim nächsten Jazz-Konzert wieder: Ohren auf und schön neugierig bleiben!

Montag, 19. Juni 2017

ROPE

Heute stand die Band ROPE auf der Jazz-Bühne des Forum Gestaltung:
Uwe Oberg – Piano
Frank Paul Schubert – Sopransaxophon
Paul Rogers – 7-seitiger Bass
Mark Sanders – Schlagzeug

Das Konzert beginnt leise, mit einem ruhigen Einsatz des Saxophons, verhaltenem Schlagzeug, kurz darauf einzelnen Tönen des Klaviers. Die Lautstärke allmählich steigernd füllen die vier Musiker den  Raum mit Tönen, mit Klängen, mit Rhythmen.

Daß dieses Vorspiel nur die Ruhe vor einem Sturm ist, zeigt sich schon bald. Ein Sturm, in dem sich eine unbändige Energie entlädt. Mit voller Kraft wird jetzt in die Tasten gegriffen, getrommelt, geblasen. Paul Rogers spielt seinen Baß so kraftvoll, daß die Saiten beinahe zu reißen scheinen und holt auf diese Weise Obertöne hervor, die an asiatische Tempelklänge denken lassen. Mark Sanders experimentiert am Schlagzeug, auch mit kleinen Handtrommeln, liefert laut knallende Geräusche. Frank Paul Schuberts Saxophon trötet, piepst und schreit, Uwe Oberg am Klavier liefert Akkorde vom oberen bis zum unteren Ende der Klaviatur. Die Musiker erfinden Tonfolgen, jeder auf seine Art und sich einander annähernd, bis die Töne in ihrer Überlagerung und Wildheit einen Gesamtklang bilden, der sich in Resonanz mit dem etwas halligen Raum (wegen Umbauarbeiten im Saal findet das Konzert im Foyer statt) noch weiter verstärkt. Man fühlt sich wie im Inneren eines riesigen Instrumentes – egal wohin man den Kopf wendet, alles um einen herum ist nur noch Klang.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Vorschau Juni

Am Juni-Termin – dem letzten vor der Sommerpause (also nicht verpassen!) – steht ROPE auf der Jazz-Bühne im Forum Gestaltung.
Uwe Oberg – Piano
Frank Paul Schubert – Sopransaxophon
Paul Rogers – 7-seitiger Bass
Mark Sanders – Schlagzeug

Hört man in die Tonbeispiele von Uwe Obergs Band hinein, so wird es ein Konzert werden, das an die Konzentration der Zuhörer hohe Ansprüche stellt. Improvisierte Musik, die meist kräftig daherkommt und allen Instrumenten freien Lauf läßt, zuweilen aber auch die leisen Töne der Instrumente einsetzt. Jeder der vier Musiker wird seine eigenen musikalischen Erfahrungen in die Musik einbringen. Kein Abend zum entspannt zurücklehnen, sondern zum "die Ohren neugierig offen halten".